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Österreichisch-Türkisches Wissenschaftsforum (OTW)
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25. Februar 2003 - 10:8
Diplomatische Akademie in Wien

OTW organisiert anläßlich des 80. Jubiläums der Gründung der Türkischen Republik zusammen mit der Diplomatischen Akademie das "Republikssymposium"
[für nähere Informationen s. Rubrik "Projekte"]

Ein Abschnitt der Geschichte der Diplomatischen Akademie.

Theresianum, Favoritenstraße 15

Bevor das heutige Theresianum gebaut wurde, stand an diesem Ort die Favorita, die eigentlich Favoritenhof hieß; sie wurde 1623 fertiggestellt. Bei der zweiten Belagerung wurde sie auf Befehl Starhembergs, des damaligen Stadtkommandanten, abgebrannt. Burnacini war der Bauherr beim Wiederaufbau.

Kaiser Karl V. starb in der Favorita, und seine Tochter und Thronerbin Maria Theresia zog sofort in die Hofburg bzw. nach Schönbrunn. Die Favorita wurde 1746 einem neuen Zweck gewidmet, als der Jesuitenorden Maria Theresia die Favorita abkaufte, um aus ihr eine Akademie für junge Adelige zu machen. Der Kaufschilling betrug 30.000 Gulden, die Jesuiten übernahmen die Verantwortung, ein Collegium nobilium einzurichten.

Das neue Lehrinstitut durfte von Anfang an den Namen Collegium Theresianum tragen, kurz Theresianum, war aber trotzdem eine Jesuitenanstalt. Eigentlich sollten die Jesuiten alle Kosten selbst tragen, das war ihnen aber nicht möglich, weswegen die Kaiserin sie großzügig unterstützte. Am 30. Dezember 1749 wurde die Akademie in eine kaiserliche umgewandelt. Unter Joseph II. wurde die Akademie 1784 aufgehoben aber noch im 18. Jhdt. wieder hergestellt, und unter seiner Regentschaft machte man auch keinen Unterschied mehr zwischen adeligen und nichtadeligen Zöglingen. Unter Franz II. wurde das Theresianum wieder als Akademie etabliert.

Ein wesentlicher Punkt in der Geschichte der Akademie ist, daß hier orientalische Sprachen gelehrt wurden (siehe dazu Kapitel 5.2). Die Orientalische Akademie, die seit Jahrzehnten in einem alten Haus des Jakoberhofes in der Inneren Stadt untergebracht gewesen war, zog im Jahre 1883 in das Theresianum ein, nachdem ein Abkommen zwischen dem Theresianum und dem Ministerium für Äußeres, dem die Orientalische Akademie unterstand, getroffen worden war. In der Folge wurden beide Akademien unter Wahrung der Eigenständigkeit unter einer Direktion vereint. 1905 verließ die Konsularakademie das Haus und bezog Quartier im neuen Gebäude an der Boltzmanngasse auf dem Alsergrund. 1938 wurde die Konsularakademie aufgelassen, und die „Diplomatische Akademie“ in der Favorita untergebracht.

(Quelle: Kerstin TOMENENDAL: Das türkische Gesicht Wiens. Böhlau Verlag. Wien 2000, p. 211-212.)

 
Die Intensivierung österreichisch-türkischer Wissenschafts-, Kultur- und Bildungskooperationen nicht nur auf bilateraler Basis sondern auch im Kontext der Europäischen Union stellt die prioritäre Aufgabe des OTW dar. Denn: Das Wissen wird größer, je öfter man es miteinander teilt.