|
|
 |
Stärken-Schwächen Analyse
ÖSTERREICHISCH-TÜRKISCHE
HANDELS- UND WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN
erstellt im Jahr 2001 von Ömer Berki, Erstem Handelsrat der türkischen Botschaft in Wien
Photo: Erster Handelsrat Ömer Berki.
I- KURZGESCHICHTE
II- STÄRKEN-SCHWÄCHEN ANALYSE a) Stärken b) Schwächen c) Möglichkeiten d) Bedrohungen
III- ERGEBNIS UND VORSCHLÄGE
Für nähere Informationen: Türkische Botschaft Handelsabteilung, Gottfried Kellergasse 2/12, A-1030 Wien. Tel.: (+43 1) 713 13 58-712 43 82, Fax: (+43 1) 713 13 58 75-712 43 82 75.
I- KURZGESCHICHTE
Eine der wichtigsten geschichtlichen Gemeinsamkeiten der Habsburger und der Osmanen ist jener, dass sie ungefähr zur gleichen Zeit die Geschichtsbühne betraten und etwa zur gleichen Zeit sich zurückzogen. Diese zwei Großmächte haben auf 3 Kontinenten jahrhundertlang politische und militärische Mächte gebildet und ein paralleles Leben geführt.
In diesem Parallelleben verhinderten die vielen Kriege zwischen dem Hause Habsburg und Osmanen, den Handel auf direkter Basis zu betreiben, sondern über italienische Seehäfen. Die Kapitulationen (Handelsprivilegien) von Osmanen an die Habsburger im Jahre 1567 (an Franzosen im 1559, an die Engländer im 1592 und an Holländer im 1612) muß man als der erste Schritt im Sinne von “Habsburg-Osmanen Handel” betrahten.
Aber die erste wichtige Bewegung kam in die Handelsbeziehungen Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Souveränität beider Länder an Mittelmeerküsten, die damals eine sehr wichtige Rolle im Welthandel und auch die Nachbarschaft beider Länder spielten eine unvermeidliche Rolle für die Vitalität der Handelsbeziehungen.
Im Jahr 1666 gab der Sultan Mehmet IV mit einer Genehmigung (Ferman) das Recht zugunsten der Untertanen von Habsburg auf Osmanischem Boden Handel auszuüben. Diesem zur Folge hat der Kaufmann Leilo de Luca aus Milano die „Orientalische Handelskompanie“ in Wien gegründet. Die Haupttätigkeit dieser Firma war der Handel mit lebenden Tieren. Es wurden Filialen in Belgrad und Istanbul gegründet. 1683 hat die Firma ihre Tätigkeit beendet und im Jahre 1719 jedoch nach einmal neu gegründet. Die Firma, welche Privilegien vom Habsburgerhof genossen hat, hat im Jahre 1740 entgültig ihrer Handelsgeschichte ein Ende gesetzt. Dieses Datum ist gleichzeitig der Beginn der Regierungszeit von Kaiserin Maria Theresia.
Großteil des 18. Jahrhunderts, wo Maria Theresia regiert hat (1740-1780), hat Österreich im Ostmittelmeer, Nordafrika und besonders an der Donau einen wichtigen Aufschwung im Bereich Handels- und Transportwesen genommen.
In diesem Zeitabschnitt wurden in fundamentalen Themen wie,
Sicherheit des Seetransports,
Feststellung der Zollabgaben
Sicherheitsgewährleistung für die Kaufleute
Auslieferung der Gefangenen
durch verschiedene Konventionen geeinigt.
Die Botschafter beim Osmanischen Imperium sind neben Ihren diplomatischen Aufgaben auch in den Interessensvertretungen ihrer Kaufleute bemüht. Österreichs Handel von Mittelmeer bis an die Donau wurden überwiegend von Kaufleuten aus Kroatien, Norditalien, Deutschland und Bohemien durchgeführt.
Gleichzeitig erhielten die toskanischen, lombardischen, levantinischen und kroatischen Schiffer und Kaufleute unter der Habsburgerflagge ihre Handelssicherheit. Handelstätigkeit von Österreich im Norden von Mittelmeer erreichte ihren Höhepunkt.
Mit dem im Jahre 1727 zwischen beiden Ländern unterschriebener „Transportabkommen“ wurde Österreich privilegiert und bekam das Recht zwischen den osmanischen Häfen Personen und Güter zu befördern. Die österreichischen Schiffe wurden allmählich die meist befahrenen Schiffe im osmanischen Reich und diese überlegene Lage dauerte bis Ende des 19. Jahrhunderts.
Im 18. Jahrhundert haben die österreichischen Produzenten deckten ihren Bedarf an Seide, Wolle und Baumwolle bei den osmanischen Händlern. Weiteres war Meerschaum, zuerst unbearbeitet, nach und nach als Endprodukt wie Pfeife und Zigarrenmundstück eine der wichtigsten türkischen Exportgüter nach Österreich. Im Laufe der Zeit stellten die habsburgischen Erzeuger sehr repräsentative Ziergegenstände aus Meerschaum her. Österreich ist zu gleicher Zeit der wichtigste Abnehmer und Verarbeiter für den Tabak aus dem Balkan.
Im Gegensatz hierzu waren die Wiener- und Boheimerporzellane auf den osmanischen Märkten konkurrenzlos. Weiteres war Österreich der wichtigste Hersteller und Lieferant für die „Fes“ Hüte der Osmanen.
Die meisten habsburgischen Kaufleute sind diejenigen, die früher im osmanischen Lande gelebt und dort gute Beziehungen aufgebaut haben. Die Habsburger Händler, welche ihre Geschäfte im Raum Nordmittelmeer betrieben, sind dort besiedelte Österreicher aus Toskana und Genua gewesen.
Die Handelsbeziehungen zwischen dem Habsburgimperium und Osmanischem Reich gingen mit Höhen und Tiefen bis ins 20. Jahrhundert. Österreich und das Osmanische Reich hatten vor 1878 ein eher ausgeglichenes Handelsvolumen, danach kam es infolge der finanziellen Schwierigkeiten der Osmanen zu einem sehr unausgeglichenem Handel. Die österreichischen Exporte betrugen zwischen 1880 und 1913 das Dreifache des osmanischen Exports.
Die Handelsbeziehungen, die wegen der zwei Weltkriege unterbrochen wurden, kamen gegen Ende 40’er Jahre in Bewegung. In diesem Zusammenhang wurde das erste Handel- und Zahlungsabkommen zwischen beiden Ländern am 8.8.1949 unterschrieben.
In den darauffolgenden Jahren wurden die Handelsbeziehungen auf Vertragsbasis ausgeweitet und die ins Leben gerufene Institutionen wie z.B. „Business Council“ haben zur Handelsvitalität wichtige Beiträge geleistet.
Die Abkommen über folgende Themen können als verträgliche Grundsteine der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei in Betracht gezogen werden.
Handel
Energie
Transport
Förderung und Schutz der Fremdinvestitionen
Doppelbesteuerung
Anerkennung und Durchführung der Beschlüsse der Schiedsgerichte.
Die Änderungsbedürftigen Artikel und Bestimmungen der verschiedenen Abkommen werden bei den regelmäßigen Zusammentreffen der Zuständigen der beiden Länder erörtert und Lösungsvorschläge entwickelt.
Die zwei offiziellen Handelsvertretungen von Österreich in der Türkei und die Handelsvertretung der Türkei in Wien, die im Jahre 1996 gegründete Business Council sind sicherlich weitere wichtige Annäherungsinstrumente im Handelsleben beider Länder.
Aktivitäten der österreichischen Firmen im Energiebereich in der Türkei und die Existenz der türkischen Geschäftsleute in Österreich sind die anderen bedeutendsten Punkte des geschichtlichen Hergangs von Österreichisch-Türkischen Zusammensein im Handel.
Quellen zur „Kurzgeschichte“:
Ortayli, Ilber : „Wirtschaftliche und Diplomatische Beziehungen zwischen Osmanen und Östrreich 1740-1770“ (Ankara 1996)
Pittioni, Manfred: „Österreichisch-Osmanische Wirtschaftsbeziehungen“ (Auf den Spuren der Osmanen in der österreichischen Geschichte, Wien 2002)
Tomenendal, Kerstin: „Das türkische Gesicht Wiens“ (Wien 2000)
II- STÄRKEN-SCHWÄCHEN ANALYSE
a) STÄRKEN
Institutuelle Struktur
In Österreich ansässige Banken mit türkischem Kapital
Bankwesen in Österreich
Billaterale Abkommen
Die Baufirmen beider Länder
Österreichische Kontrollbank
Langfristige kulturelle Annäherung durch Migration
EU Mitgliedschaft Österreichs
b) SCHWÄCHEN
Die wirtschaftliche Unstabilität in der Türkei
Interessensniveau der Presse beider Länder
Nicht Durchführung mancher Abkommensklauseln
Keine dauerhaften Beziehungen zwischen den Firmen
Österreichs Direktinvestitionen in der Türkei
Das derzeit geltende Doppelbesteuerungsabkommen
Kommunikation, persönlicher Kontakt
c) MÖGLICHKEITEN
Die Tätigkeiten der österreichischen Firmen in der Türkei
Die türkischen Geschäftsleute in Österreich
Geographische Nähe
Österreichische Urlauber in der Türkei
Die türkische Bevölkerung in Österreich
Die Handelsbeziehungen der Türkei mit Mittelasiatischen und Mittelostländer und Österreichs Auswirkungen in den osteuropeaischen Ländern.
Umfassende langfristige Bedarfsanalyse
d) BEDROHUNGEN
Regionale und globale Wirtschaftskriesen
Die Lage der Türkei im Vorgang der EU-Mitgliedschaft
Das Direktinvestitionsklima in der Türkei
Die Schwierigkeiten der türkischen Firmen bei Investitionen in Österreich
a) STÄRKEN
Institutionelle Struktur
Die Wahrhabung von Kommissionen in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Transport und Energie und auch das Vorhandensein eines Business Councils bildet einen starken Grundstein in den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beider Länder.
Hier möchten wir besonders die Bedeutung der Meetings der Gemischten Wirtschaftskommission aufmerksam machen, welche bei Lösung verschiedener Probleme und bei Beschaffung neuer Handelsbeziehungen eine sehr positive Rolle gespielt hat.
Es ist aber wünschenswert, die Zahl der am Wirtschaftsgeschehen beteiligten Institutionen unverändert zu lassen und möglichst Synergieeffekte zu nutzen.
In Österreich ansässige Banken mit türkischem Kapital
Die Zwei mit türkischem Kapital Mitte der 90’er Jahren in Österreich gegründeten Banken sind neben ihren wichtigen Bedeutungen im Handelsbereich auch eine wichtige Infrastruktur für die Entwicklung der Beziehungen.
Wenn diese Banken neben Kreditmöglichkeiten in Außenhandelaktivitäten noch intensiver tätig sein würden, kann es zu einer zusätzlichen Vitalität in Handelsbeziehungen kommen.
Bankwesen in Österreich
Österreichs traditionelles und starkes Bankwesensystem, ist im Ablauf der Bereiche in gegenseitigen Investitionen und Handel ein positiver Aspekt. Wenn man sich die Tätigkeiten der österreichischen Firmen in der Türkei anschaut, kann man die Starke Unterstützung der Banken im Hintergrund sehen. Als eine Indikation der Stärke der österreichischen Banken muss man auch die ohne größere Probleme erhaltenen „Treasury-Garantien“ berücksichtigen.
Bilaterale Abkommen
Seit Beginn der Handelsgeschichte sind Abkommen sowohl zwischen Firmen als auch zwischen Ländern für die Anbahnung im wirtschaftlichen Sinne ein wichtiges Element gewesen. Durch die Abkommen werden auf einer Seite stabile Fundamente auf Vertragsbasis für den Handel ermöglicht, auf der anderen Seite fühlen sich die Parteien gemäß der bekannten juristischen „pacta sunt servanda“ Regel zur Durchführung der Vereinbarung verpflichtet.
Erfreulicher Weise sieht man im Handel zwischen Österreich und der Türkei eine bilaterale Abkommensordnung, welche fast alle Bedürfnisse eines modernen Handelslebens erfüllt.
Die Baufirmen beider Länder
Besonders mit Erfahrungen im Ausland nehmen die Baufirmen beider Länder in Liste der Stärken einen wichtigen Platz. Wenn man die Tätigkeiten dieser Firmen beider Länder als ein Ganzes sieht, kann man davon ausgehen, dass sie fast im großen Teil der Welt tätig sind.
Wenn die Erfahrungen dieser Firmen zusammengelegt werden, kann eine Synergie geschaffen werden, welche weltweit beachtliche Möglichkeiten mit sich bringen kann.
Österreichische Kontrollbank
Offensive Finanzierungs- und Risikoabsicherungsstrategie der Österreichischen Kontrollbank ermöglicht die Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder in vielen Hinsichten.
Langfristige kulturelle Annäherung durch Migration
Kulturelle Annäherungen bringen auch wirtschaftliches Zusammenleben mit sich. Dies ist eine Tatsache, die man in laufe der Handelsgeschichte in verschiedenen Ländern ziemlich oft begegnet.
Besonders in den letzten 30 Jahren wegen der in Österreich lebenden Türken zustande gekommene kulturelle Annäherung hat auch im wirtschaftlichen Sinne viel beigetragen.
EU Mitgliedschaft Österreichs
Eine der wichtigsten Stärken ist die EU Vollmitgliedschaft Österreichs. Die Türkei ist ein Land, das sein Außenhandel mehr als 50 % mit den EU-Ländern betreibt. In dieser Hinsicht ist es wichtig, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich aktiv zu erhalten.
b) SCHWÄCHEN
Die wirtschaftliche Unstabilität in der Türkei
Ohne Zweifel hat die Stabilität in einem Land hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung die primäre Bedeutung. Die wichtigste Erwartung in der Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei ist die Erlangung der wirtschaftlichen Stabilität in der Türkei.
Das Interesse der Medien beider Länder
Es muss akzeptiert werden, dass die Medien für die Benachrichtigung der Öffentlichkeit und in Sachen Motivation das wirksamste Mittel sind. Das Interesse der Presse beider Länder ist in den Österreich-Türkei Wirtschafts- und Handelsereignissen fast nicht vorhanden. Die Schaffung eines Interesses bei den Medien wird als ein zusätzliches Förderungsinstrument für Öffentlich- und Privatsektoren eine wichtige Rolle spielen und durch diese Wiese wird auch an die Öffentlichkeit wichtige Informationen übermittelt.
-Nichtdurchführung mancher Abkommensklausel
Wie auch bei den „Stärken“ erwähnt, sind bilaterale Abkommen bei den Handelsbeziehungen der Länder einer der wichtigsten Grundsteine. Wenn man zurückt schaut, sieht man, dass einige Klauseln der verschiedenen Abkommen als ein „Wunsch“ geblieben sind.
Die Verfolgung der Durchführung der einzelnen Abkommensklauseln ist hinsichtlich des Vertragrechtes einer der wichtigsten Punkte. Dies muss man von den beiden Parteien nach dem Motto „Pacta sunt servanda“ (Vertragstreue) besonders berücksichtigen.
Keine dauerhaften Beziehungen zwischen den Firmen
Neben langjährigen traditionellen Geschäftsbeziehungen zwischen Österreich-Türkischen Firmen, sind bei vielen Fällen keine dauerhaften Geschäfte so genannte „Gelegenheitsgeschäfte“ zu notieren. Es wird eine zusätzliche Ausweiterung für das Handelsvolumen, wenn im Rahmen einer Reihe von Projekten einmalige Geschäftsbeziehungen zu dauerhaften Geschäftsbeziehungen umgestaltet werden können.
Österreichs Direktinvestitionen in der Türkei
Österreichisches Kapital wurde zum ersten am im Jahre 1982 in die Türkei gebracht. Bis Ende 2001 wurde (einschließlich jener Firmen, die ihre Tätigkeiten in der Türkei ein Ende gesetzt haben) insgesamt 121 Firmen mit österreichischem Kapital im Rahmen von Direktinvestitionen gegründet.
Der Anteil der österreichischen Investitionen in der Türkei am Gesamtfremdinvestitionskapital beträgt 0,2 %. Dieser Punkt kann als eines der schwächsten Aspekte in der Wirtschafts- und Handelsbeziehung beider Länder bewertet werden.
Das derzeit geltende Doppelbesteuerungsabkommen
Im Jahre 1970 unterzeichnetes Doppelbesteuerungsabkommen soll nach den gegenwärtigen Bedürfnissen aktualisiert werden. Dies wird bestimmt einen neuen Schwung und eine zusätzliche Vitalität mit sich bringen.
Kommunikation, persönlicher Kontakt
Um langfristige und anhaltende Geschäftsbeziehungen schaffen zu können, spielt die Kommunikation der Firmenzuständigen eine entscheidende Rolle. Auch mit persönlichen Kontakten kann man die aufgebauten Beziehungen befestigen. Österreichisch-Türkische Handelsbeziehungen sollen in dieser Richtung bekräftigt werden.
c) MÖGLICHKEITEN
Die Tätigkeiten der österreichischen Firmen in der Türkei
Auch wenn die Anzahl der österreichischen Direktinvestitionsfirmen in der Türkei nicht in der wünschenswerten Größenordnung ist, ist dagegen die Anzahl der in der Türkei speziell im Energiesektor tätigen namhaften österreichischen Firmen groß. Viele der österreichischen Firmen, die im Energiesektor die staatliche Ausschreibung übernommen haben, haben auch eine Vertretung in der Türkei. Man glaubt, das diese Lage der Handelsbeziehungen beider Länder wichtige Vorteile bringt und weiter bringen wird.
Die türkischen Geschäftsleute in Österreich
Angefangen mit dem Einzelhandel, haben sich die türkischen Geschäftsleute in Österreich Anfang der 80’er Jahre mit dem Import, Export und Produktion zu befassen angefangen. Durch diese weise wurde das Bild der türkischen Geschäftsleute erweitert. Diese Firmen sind heute an einem Punkt angelangt, wo Sie nicht nur für den Handel in Österreich, sondern auch eine wichtige Rolle in den Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei spielen.
Es werden neue Entfaltungen und Verdienste zum Handel gebracht, wenn man die türkische Handelsgemeinschaft in Österreich dazu bewegt mehr aktiv und beteiligungsbereit in Handelsgeschehen zu sein.
Geographische Nähe
Die geographische Nähe ist bei Vermehrung der Handelsbeziehungen nicht nur ein wichtiger Grundstein, sondern sogar eine „Vorbedingung “. Wenn man den Welthandel betrachtet, ist es klar ersichtlich, dass die Statistiken beim Handel mit den Nachbarländern den größten Anteil aufweißt. Auch wenn die Türkei und Österreich keine unmittelbaren Nachbarn sind, haben beide Länder eine geographische Entfernung, die im Grunde genommen keine Schwierigkeiten für den Handel aufweist.
Österreichische Urlauber in die Türkei
Ohne Zweifel spielt die Kenntnis der Menschen über die Fremdländer zur Entwicklung des Handels eine positive Rolle. Jährlich besuchen ca. 300.000 österreichische Touristen die Türkei. Diese beobachten die Türkei neben ihren schönen Naturgegebenheiten, auch mit ihrer Produktpalette von der Nähe und haben die Möglichkeit türkische Delikatessen und bearbeitete Agrarprodukte zu kosten. Von einer einfachen Logik ausgehend, dass in 10 Jahren 3 Millionen Österreichische Staatsbürger das Land besuchen werden, werden diese sich den türkischen Produkten annähern. Diese kurz erläuterte Lage ergibt in Handelsbeziehungen und besonders für die Präsentation der Türkei eine bemerkenswerte Möglichkeit.
Die türkische Bevölkerung in Österreich
Wie auch in andere europäische Länder, kamen Anfang der 60’er Jahre auch Arbeitskräfte aus der Türkei nach Österreich. Ein Teil von ihnen hat in den 80’er Jahren auch die Position von Arbeitsgeber übernommen. Türkische und türkisch abstammende Bevölkerungszahl in Österreich ist ca. 200.000.
Die türkische Gemeinschaft in Österreich trägt zum Handel zwischen den beiden Ländern als Normalverbraucher indirekter weise bei.
Es ist auch erwünschenswert, dass die ausgebildete und handelsorientierte Individuelle der türkischen Gemeinschaft in Österreich ins Handelsleben immer mehr kommen würden. Man kann fest daran glauben, dass durch diese weise ein zusätzlicher Schwung im bilateralen Handel zustande kommen wird.
Die Handelsbeziehungen der Türkei mit Mittelasiatischen Republiken und Mitteostländer und Österreichs Auswirkungen in den Osteuropäischen Ländern.
Eine der wichtigsten Eigenschaften für die Erweiterung und Entwicklung des Handels eines Landes ist die Intensivität der Handelstätigkeiten mit den Nachbar- und naheliegenden Ländern. In diesem Zusammenhang sind die Handelsbeziehungen der Türkei mit den Mittelasiatischen und Mittelostenländern und Österreichs Handel mit den Osteuropäischen Ländern in einer bemerkenswerten Größe.
Wie auch in den Protokollen der Gemischen Wirtschaftskommissionen zitiert, sollte man auf „Österreich-Türkische gemeinsame Arbeitsmöglichkeiten in diesen Ländern“ einen besonderen Wert legen. Wenn die erwähnten „Arbeitsmöglichkeiten“ aktiviert werden, wird eine neue Öffnung für Österreich-Türkische Handels- und Wirtschaftsbeziehungen auch mit der Dimension „Investitionen in Drittländer“ realisiert werden.
Umfassende langfristige Bedarfsanalyse
Studien wie . Analyse des österreichischen Nachfragepotenzials für türkische Leistungen . Analyse des türkischen Nachfragepotenzials für österreichische Leistungen . Gemeinsame Entwicklung von Projekten . Optimierung von Projekterfolgen durch partnerschaftliche Abwicklung gemeinsame Aktivitäten in Drittländern
werden neue und machbare Möglichkeiten für beide Länder darbieten.
D) BEDROHUNGEN
Regionale und globale Wirtschaftskrisen
Sowohl regionale als auch globale Krisen können zu Rückschritte bzw. Stillstand der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen der Länder führen. Zum Beispiel hat die Finanzkrise im Fernenosten im Jahre 1997 weltweit die Wirtschaft negativ berührt. Unvorhersehbare Krisen, wie der 11 September, sind große Bedrohungen für bilaterale und multilaterale Handelsbeziehungen.
Die Lage der Türkei im Vorgang der EU-Mitgliedschaft
Obwohl eine eventuelle EU-Vollmitgliedschaft der Türkei eine der stärksten Seite des wirtschaftlichen Österreichisch-Türkischen Zusammenseins sein würde, hat die derzeitige Lage aus der Sicht der Türkei einen Charakter, der besonders in bestimmten Bereichen gewisse Beschränkungen und Begrenzungen darstellt.
Die in den nächsten Jahren zu erwartenden positiven Entwicklungen in Richtung EU werden mit Sicherheit diese Bedrohung zu einem Gelegenheitsfaktor umändern.
Das Direktinvestitionsklima in der Türkei
Neben der Bürokratie haben auch die in der Türkei aufgetretenen und lang anhaltenden Wirtschaftskrisen über ausländische Kapitalinvestitionen unangenehme Auswirkungen verursacht. Besonders in den letzten Jahren wird die Türkei als ein Investitionsland weniger bevorzugt.
„Das Reformprogramm zur Verbesserung des Fremdinvestitionsklimas in der Türkei“, „Koordinierungsausschuss für Verbesserung des Fremdinvestitionsklimas“ und „der Investorenrat“. Diese sind neue Instrumente des noch in Arbeit befindlichen Konzeptes „die Revision der Richtlinien für ausländische Investitionen“. Die Entwicklungen in dieser Angelegenheit werden mit großer Aufmerksamkeit beobachtet und über ihr Resultat abgewartet
Wenn die in dieser Richtung durchgeführten Rechtslagearbeiten in Kürze beendet werden, kann „das Direktinvestitionsklima in der Türkei“ als eine „Möglichkeit“ bewertet werden.
Die Schwierigkeiten der türkischen Investoren in Österreich
Der seit Anfang der 90’er Jahren zu erlebenden Globalisierungskurs hat dazu gezwungen, die Firmen unter Berücksichtigung der Entstehungskosten, Vermarktung, Transport u.s.w., die über Handels- und Wirtschaftsbeziehungen unmittelbare Wirkungen haben, sich im Ausland zu niederlassen. Im parallel zu dem, ist es weltweit zu einer heftigen Bewegungsperiode von Firmengründungen in anderen Ländern gekommen.
Für türkischen Firmen, die in Österreich investieren wollen und mit Hindernissen konfrontiert werden, wurde die Problematik in den Gemischten Wirtschaftskommissionen aufgenommen und es wird erwartet, dass die Hindernisse zu einer Lösung geführt werden.
III – ERGEBNIS UND VORSCHLÄGE
Die langjährigen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei haben das Handelsvolumen beider Länder zu einer Größenordnung in der Höhe von 1 Milliarde Euro gebracht. Wenn wir uns die Listen der Handelspartner beider Länder anschauen, sehen wir, dass beide Länder in den jeweiligen Listen ca. die 20. Stelle belegen. Einig ist man sich darüber, das die vorhandenen Daten das tatsächliche Potential nicht reflektieren.
Die wichtigste Chance, die Handelsbeziehungen beider Länder zu aktivieren, ist die Existenz eines starken vertraglichen und strukturellen Fundaments zwischen Österreich und der Türkei. Dieses starke Fundament zeigt, dass die als “Vertrauensklima” zu bezeichnende Voraussetzung für stabile Handelsbeziehungen schon hergestellt ist. Wie oben erwähnt, ist das Handelsvolumen in der Höhe von 1 Milliarde Euro nicht zu verachten. Sozusagen ist der Bau auf dem Grundstück vorhanden. Übrig bleibt, diesen Bau zu restorieren, besser gesagt zu vitalisieren.
Mit dieser zur Aufmerksamkeit der Interessenten vorgelegte Studie hat man sich bemüht, die Anhaltspunkte für Vitalisierung der Handels- u. Wirtschaftsbeziehungen herauszufinden. In diesem Sinne wurden nachstehende Vorschläge als erwähnungswert empfunden:
1) Einmal im Jahr sollten turnusmäßig sogenannte “Fachhandelsdelegation” organisiert werden, da die Aufmerksamkeit bei gemischten Delegationen (die Delegationen, bei der mehrere Warenarten vertreten sind) zerstreut wird. 2) Jedes zweite Jahr sollte abwechseld auch mit Warenausstellungen eine Österreich-Woche in der Türkei bzw. eine Türkei-Woche in Österreich oder eine gemeinsame Wirtschaftswoche unter einem neuen Begriff “Österreich-Türkei Woche” veranstaltet werden. 3) Eine Follow-up Komitee für das Verfolgen der Durchführung der Abkommen wäre vom Nutzen. 4) Gemeinsame Pressekonferenzen der Exekutivekomitees der ATBCC und TABCC einmal im Jahr wäre nützlich und wirksam um die Öffentlichkeit und Interessenten zu erleuchten. 5) Man sollte sich bemühen, um die Zahl der Mitglieder der ATBCC und der TABCC zu vermehren und Vielfalt in der Mitgliedschaft zu schaffen. 6) Paralell zu den in Österreich von türkischen Geschäftsleuchten gegründeten Vereinen, sollten in der Türkei ansaessige österreichische Firmen auch zur Gründung von Vereinen angeregt werden.
7) Im Rahmen eines mit dem türkischen Fremdenverkehrsministerium durchzuführenden Projektes sollte türkische Produktenpalette österreichischen Türkeiurlaubern vorgestellt werden. So ein Projekt würde sinnvoll sein, weil sich unter den Türkeiurlaubern auch zahlreiche Export- und Importinteressierte Geschaeftsleute befinden. Diese Art von Urlaubern wenden sich öfters mit der Bitte um Kontaktadressen und Wirtschaftsinformationen an die Handelsabteilung der Türkischen Botschaft in Wien.
Das Ziel dieser SWOT-Analyse ist erst dann erreicht, wenn sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Firmen beider Länder mit oben vorgeschlagenen Aktivitäten vertiefen und diese Vertiefung in den Statistiken als konkretes Ergebnis ersichtlich sein würde.
|