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Ein Abriß der österreichisch-türkischen Beziehungen in Wissenschaft und Forschung
Die österreichischen wissenschaftlichen Institutionen im Bereich der gegenseitigen Forschung, deren Großteil heute noch immer besteht, waren unter den ersten ihrer Gattung in Europa. 1754 erfolgte die Stiftung einer Orientalischen Akademie durch die Kaiserin Maria Theresia. Im Rahmen der Orientalischen Akademie wurde 1851 eine k.k. Öffentliche Lehranstalt für orientalische Sprachen in Wien etabliert, die sich auf das Osmanischtürkische konzentrierte und so in etwa einer Dolmetschausbildung der heutigen Zeit entsprach. Aus dieser Schule stammten neben vielen Wissenschaftlern auch viele österreichische Diplomaten, die so bis zum Jahr 1918 auf eine Ausbildung in Türkisch zurückgreifen konnten.
Joseph von Hammer-Purgstall rettete einen Teil der orientalischen Handschriften Wiens, als die Franzosen 1809 unter Napoleon nach Wien kamen. Ungefähr 200 Handschriften holte er selbst aus Paris wieder im Jahre 1810 zurück. Dies konnte so schnell erfolgen, da er bereits vorher sehr gute Kontakte zu den französischen Orientalisten hatte. Hammer-Purgstall war Hofdolmetsch (1807), Wirklicher Staatskanzleirat (1811), und von 1847–1849 erster Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, der heutigen Wiener Akademie der Wissenschaften, deren Gründung auf den Orientalisten zurückgeht.
In der Zeit knapp vor dem Zweiten Weltkrieg und währenddessen holte der türkische Staatspräsident Mustafa Kemal Atatürk viele gefährdete österreichische Gelehrte und Künstler – sowohl Juden als auch Sozialisten und Kommunisten, die durch ihr Gedankengut dem nationalsozialistischen Regime ein Dorn im Auge waren – in die Türkei und rettete damit ihr Leben. Unter diesen befinden sich Architekten wie Clemens Holzmeister und Margarethe Schütte-Lihotzky sowie viele namhafte Wissenschaftler, die in der Türkei an den Universitäten Institute aufbauten und Lehrbücher schrieben, nachdem sie sich verpflichtet hatten, innerhalb kürzester Zeit die türkische Sprache zu erlernen (für weitere Informatýonen cf. Tomenendal, Kerstin: Das türkische Gesicht Wiens. Auf den Spuren der Türken in Wien. Wien 2000, p. 62ff.)
Die österreichisch-türkische wissenschaftliche Zusammenarbeit ist besonders im Bereich der Medizin und Archäologie ausgeprägt. Wissenschaftliche Kooperationen wurden vom Österreichischen Kulturforum (vormals Österreichisches Kulturinstitut) in Istanbul seit seiner Gründung im Jahre 1963 geregelt, wobei der Schwerpunkt dieses Forums sich auf die Kulturbeziehungen zwischen den beiden Staaten konzentriert.
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